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Esslinger Zeitung 24.12.2008

Jazz-Club Köngen 19.12.2008
Swingende Weihnachtslieder stimmen auf die Festtage ein

Ein glanzvolles Weihnachtskonzert beschloss die Konzertsaison des Jazzclubs Köngen. Das Quartett Jazzlife um das Wemauer Ehepaar Marquart zeigte sich in bester Spiellaune und bereitete dem Publikum einen unvergesslichen Abend.
Schon beim ersten Stück, Isham Jones' "There Is No Greater Love", zeigte sich die meisterhafte Qualität aller vier Bandmitglieder. Bernd Marquart zog alle Register des Flügelhorns von den weichen und zarten tiefen Lagen bis in jubelnde Höhen. Er improvisierte melodisch und konnte die Intensität von Chorus zu Chorus steigem. Ellen Marquart demonstrierte mit ihrem virtuosen Klavierspiel, dass sie nicht umsonst in ihrem Heimatland USA mehrere Jahre hintereinander den ersten Platz im klassischen Piano belegen konnte. Sie hat aber nicht nur eine hervorragende Technik, sondern besitzt auch das richtige Jazz-Feeling. Ellen Marquart präsentierte sich auch als ausdrucksstarke und facettenreiche Sängerin, die in flotten Swingstücken ebenso zuhause ist wie in Balladen, zum Beispiel Jerome Kerns "1'm Old Fashioned" oder "Moonlight in Vermont".
Das Ehepaar Marquart konnte sich so richtig entfalten, weil es von einer intensiv swingenden und dynamischen Rhythmusgruppe getragen wurde: Dieter Schumacher am Schlagzeug sorgte unaufdringlich für enormen Drive und setzte im richtigen Moment die richtigen Akzente. Das harmonische Rückgrat der tiefen Töne wurde von Joel Locher am Kontrabass geliefert, der fedemd swingte und in seinen atemberaubenden Soli keine Probleme kannte. Bernd Marquart und Joel Locher zeigten in mehreren Stücken ihre Fertigkeiten, beispielsweise in Sonny Rollins' "Oleo", einem Zungen- und Fingerbrecher.
Passend zum Anlass brachte Jazzlife auch pfiffig arrangierte swingende Weihnachtslieder von" Santa Claus is Coming to Town" über "Sleigh Ride" bis "Rudolph, The Red Nosed Reindeer" mit, was vom Publikum dankbar honoriert wurde. In weihnachtlicher Stimmung ging das Konzert schließlich mit zwei Zugaben zu Ende: Ellen Marquart war der Meinung, dass die Gäste nach so vielen amerikanischen Liedern auch etwas Deutsches verdient hätten. Zart und einfühlsam über einem satt groovenden Dreivierteltakt sang sie zum Abschluss "Leise rieselt der Schnee" und entließ das dankbare Köngener Jazzvölkchen in die Weihnachtszeit.